Kurzbeschreibung:
Die Sendung sensibilisiert für Autismus als eigener Wahrnehmungs- und Empathiekultur mit Stärken und Herausforderungen und wird monatlich – ab 1.4.2026 – jeden 1. Mittwoch des Monats um 9 Uhr ausgestrahlt. Im cultural broadcasting archive sind vergangene Beiträge auffindbar.
Im Folgenden eine ausführliche Beschreibung 😉
Mein Name ist David Neugschwentner. Mit „Doppelter Espresso Autismus – gelebt und reflektiert“ starte ich April 2026 als 38-jähriger, spät diagnostizierter Autist (mit 32 diagnostiziert) und Mag. d. Psychologie ein Format, das persönliche Innenperspektive und tiefgehende Analyse verbindet.
Meine Motivation für die Sendung entstand dadurch, dass ich von Freund:innen manchmal Empath genannt wurde und zugleich klar autistisch bin (andere Sensorik und Denkweise von klein auf, etc.). Gerade durch die gängigen Autismusmythen kam meine Diagnose so spät.
Jene Autist:innen, die zeitweise oder in einigen Bereichen sozial sehr kompetent sein können, werden derzeit oft als “Anomalien/Ausnahmen von der Regel/gut kompensierend” dargestellt. Damit habe ich inhaltlich ein ziemliches Problem. Das Problem steckt im derzeitigen Autismuskonzept: Es ist m. E. n. noch längst kein gutes Konzept.
Wir wissen m. E. n. derzeit immer noch viel zu wenig darüber, was Autismus eigentlich wirklich ist. Denn z. B. müssen durch ein gutes Modell eigentlich alle Autist:innen gleichzeitig sinnvoll erklärt werden können und nicht nur durch Aussagen wie “du kompensierst halt gut”. Das erscheint mir keine Logik, sondern ein Ausweichen zu sein.
Meine ehrliche Meinung? Autismus ist – so wie wir ihn derzeit kennen – Behinderung und Andersartigkeit zugleich – bringt (massive) Bedarfe (auch bei mir) als auch deutliche Stärken mit sich. Warum das so ist? Das wissen wir nicht! Aber Wissenschaft heißt nicht Wissen-hat, sondern Wissen-schafft, weil sie sich immer weiterentwickelt. Leider traut sich das meist keiner auszusprechen, weil es hochgradig unbequem ist. Jedenfalls sind Autist:innen weder schlechter noch besser als Andere – und sie sind gleich viel Mensch wie jede:r.
In meiner Sendung bringe ich manchmal mehr konkrete Alltagsbeispiele, damit man wirklich versteht, wie ich/manche Autist:innen Informationen verarbeiten und Welt erleben. Gleichzeitig ist durchdachte Kritik am Autismuskonzept immer wieder Thema. Ich gebe euch keine vorgefertigten Antworten, aber sehrwohl meine klare Meinung und lasse euch möglichst an meinen Denkbewegungen teilhaben – ich sage also nicht einfach nur “so ist das eben”, sondern “male” Teile des Bildes meiner Herleitungen, weshalb ich z. B. bestimmte Fragen stelle.
Die Katze im Beitragsbild ist der Kater einer lieben Freundin – Mikey von Tanja Prakopchyk. In Wirklichkeit trinkt er meist keinen Espresso, aber Chips, Käse und sogar Nudeln (aber natürlich hauptsächlich normales Katzenfutter) sind ihm fast immer recht. Danke an Tanja und Mikey an dieser Stelle!
Mikeys abgewandter Blick soll an die untypische Körpersprache von Autist:innen erinnern – ein Wegsehen bedeutet selten Desinteresse. Augenkontakt zu minimieren hat damit zu tun, dass dieser sich viel zu intensiv oder auch stressauslösend und überfordernd anfühlt. Autistische Personen haben aber m.E.n. nicht nur Beeinträchtigungen in (neuro)-typischer Körpersprache, sondern zugleich auch eine völlig eigenständige, andersartige Körpersprache.

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